Prof. Dr. Michael Elmentaler (Vorsitz seit 2017)

*1965 in Duisburg

Vereinsmitglied seit 1991. Seit 2009 Mitglied im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD). Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen im Bereich der Niederdeutschen Sprachwissenschaft (synchron und diachron), Dialektologie und Variationslinguistik sowie in der Historischen Graphematik (Schreibsprachforschung) und der Historiographie der Sprachwissenschaft. 

Michael Elmentaler absolvierte 1984 bis 1989 ein Magisterstudium der Germanistik, Philosophie und Politischen Wissenschaften an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, wo er 1994 mit einer wissenschaftsgeschichtlichen Dissertation über den Frankfurter Grammatiker S. H. A. Herling promoviert wurde. Nach mehreren Jahren Tätigkeit als Wissenschaftlicher Angestellter im DFG-Forschungsprojekt "Niederrheinische Sprachgeschichte" habilitierte er im Juli 2002 mit einer Arbeit zum graphematischen Wandel in niederrheinischen Texten des 14. bis 17. Jahrhunderts ("Struktur und Wandel vormoderner Schreibsprachen"). Nach einer zweijährigen Zeit als Hochschuldozent am Germanistischen Seminar der Universität Bonn (2003-2005) wechselte Elmentaler im März 2005 auf die Professur für Deutsche Sprachwissenschaft, insbesondere Niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Kiel.

https://www.germanistik.uni-kiel.de/de/lehrbereiche/ niederdeutsch/mitarbeiter/michael-elmentaler

Prof. Dr. Ingrid Schröder (Vorsitz 2008-2017)

*1960 in Bremen

Vereinsmitglied seit 1985. Forschungsgebiete sind die regionale Sprachgeschichte, Variationslinguistik, Stadtsprachenforschung und Sprache der Magie. Schröder ist Projektleiterin im DFG-Forschungsprojekt „Sprachvariation in Norddeutschland“ (gemeinsam mit Michael Elmentaler, Joachim Gessinger, Jürgen Macha, Peter Rosenberg, Jan Wirrer).

Ingrid Schröder wurde 1990 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation zur Übersetzung der Bugenhagenbibel promoviert. Von 1988 bis 1993 war Schröder als Bearbeiterin des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs in Hamburg tätig. 1999 erhielt sie den Ruf auf eine Professur für Niederdeutsche Philologie an der Universität Greifswald, 2002 folgt der Wechsel an die Hamburger Universität, an der Schröder als Professorin für Niederdeutsch und Linguistik des Deutschen lehrt.

https://www.slm.uni-hamburg.de/germanistik/personen/schroeder.html

Prof. Dr. Jan Wirrer (Vorsitz 2002-2008)

*1944 in Würzburg

Vereinsmitglied seit 1979. Seit den 1990er Jahren hat Wirrer die niederdeutschen Sprachinseln in den USA untersucht. Sein wissenschaftliches Interesse innerhalb des Niederdeutschen gilt außerdem der Sprachstatusfrage in Deutschland und Europa und der Rolle des Niederdeutschen im Nationalsozialismus. Wirrer ist Projektleiter im DFG-Forschungsprojekt „Sprachvariation in Norddeutschland“ (gemeinsam mit Michael Elmentaler, Joachim Gessinger, Jürgen Macha, Peter Rosenberg, Ingrid Schröder).

Jan Wirrer studierte Anglistik, Germanistik und Philosophie und wurde 1972 an der Universität Tübingen promoviert („Literatursoziologie, linguistische Poetik. Zur Diskussion zwischen Linguistik und Literaturwissenschaft anhand zweier Texte von W. B. Yeats“). 1979 folgte die Habilitation zum Thema „Textverarbeitung und Interpretation. Zur Verarbeitung literarischer Texte in Institutionen unter besonderer Berücksichtigung der Schule“. Ab 1988 lehrte Wirrer an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld als Professor für Germanistische Linguistik, Niederdeutsche Sprache und Literatur, bis er 2009 in den Ruhestand versetzt wurde.

Prof. Dr. Hubertus Menke (Vorsitz 1993-2002)

*1941 in Warburg/Westfalen

Vereinsmitglied seit 1970. Menkes Forschungsschwerpunkte liegen in der niederdeutschen Sprachgeschichte, der Onomastik, der Sprachsoziologie und der Mehrsprachigkeitsforschung. Eine weitere Domäne bildet die niederdeutsche und niederländische Literatur des Mittelalters, insbes. die europäische Tierdichtung (Reynke). Menkes wissenschaftliches Interesse gilt außerdem dem Niederländischen und der Problematik der Sprachminderheiten.

Hubertus Menke nahm sein Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Niederländisch 1963 auf. Studienorte waren Göttingen, Bonn, Köln, Leuven (Belgien) und Münster. 1974 wurde er mit einer Dissertation „Das Namengut der frühen karolingischen Königsurkunden. Ein Beitrag zur Erforschung des Althochdeutschen“ promoviert. 1982 folgt die Habilitation. („Nedderlender mit allerhand verdechtiger Religion beflecket. Zur Sprache und Geschichte der Westerschen in den Herzogtümern Schleswig und Holstein (Gouden Eeuw)“). Ein Jahr später erhielt er den Ruf auf die Professur für Deutsche Philologie, insbesondere Niederdeutsch, und für Niederländische Philologie an der Universität Kiel.

Prof. Dr. Dieter Möhn (Vorsitz 1984-1993)

*1936 in Stuttgart

Vereinsmitglied seit 1959. Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere im Bereich der Varietätenlinguistik, v.a. der Erforschung von Fach- und Sondersprachen (u. a. im Kontext des Niederdeutschen). Im Bereich der niederdeutschen Sprach- und Literaturgeschichte verfasste Möhn v.a. Beiträge zu den alt- und mittelniederdeutschen Textsorten und zur Morphologie, Lexikologie und Lexikografie, Mitherausgeber des Hamburgischen Wörterbuchs von 1982 bis 2000, Herausgabe des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs ab 1987. 

Dieter Möhn studierte in Marburg die Fächer Germanistik und Klassische Philologie und wurde 1961 mit einer Dissertation „Zur Struktur der niederdeutsch-mitteldeutschen Sprachgrenze zwischen Siegerland und Eichsfeld“ promoviert. 1969 übernahm er die Professur für deutsche Philologie mit besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen an der Universität Hamburg.

Prof. Dr. Jan Goossens (Vorsitz 1975-1984)

*1930 in Genk/Belgien

Vereinsmitglied seit 1966. Kern der wissenschaftlichen Arbeiten bilden dialektologische Studien. Goossens gilt als Mitbegründer der strukturellen Dialektgeografie. Darüber hinaus widmete er sich sprach- und literaturhistorischen Fragestellungen (Reynke/Reinaert) und der kontrastiven Linguistik mit Blick auf Niederländisch, Hoch- und Niederdeutsch. Goossens war u.a. Herausgeber der Zeitschrift „Niederdeutsches Wort“ (1970-1998) und der Reihe „Niederdeutsche Studien“ (1973-1999). 

Jan Goossens studierte von 1951 bis 1955 die Fächer Deutsche und Niederländische Philologie an der Universität Leuven/Belgien. Mit einer Schrift über „Semantische vraagstukken uit de taal van het landbouwbedrijf in Belgisch-Limburg” wurde er 1960 promoviert. Im Jahr darauf nahm er eine Dozentenstelle am Deutschen Sprachatlas in Marburg an. 1965 erhielt er einen Ruf an die Universität Leuven/Belgien, 1969 wechselte er an die Universität Münster, an der er eine Ordentliche Professur für Niederländische und Niederdeutsche Philologie bekleidete. Goossens wurde 1995 emeritiert.

Prof. Dr. Gerhard Cordes (Vorsitz 1966-1975)

*1908 in Goslar; † 1985 in Göttingen

Vereinsmitglied ab 1930. Forschungsschwerpunkt war das Mittelniederdeutsche, insbesondere des ostfälischen Sprachraums. Ab 1948 bis zu seinem Tod übernahm Cordes die Leitung des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs.

Gerhard Cordes studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Göttingen und Hamburg, wo er 1932 mit einer Arbeit zum „Schriftwesen und Schriftsprache in Goslar bis zur Aufnahme der neuhochdeutschen Schriftsprache“ promoviert wurde. Von 1933 bis 1942 arbeitete Cordes als Assistent am Mittelniederdeutschen Wörterbuch und am Germanischen Seminar der Universität Hamburg. Er habilitierte sich 1938 mit einer Arbeit „Zur Sprache Eilhards von Oberg“. 1942 erhielt Cordes einen Ruf an die Berliner Universität, wo er die neu errichtete ordentliche Professur für Germanische, insbesondere Niederdeutsche Philologie übernahm, jedoch kriegsbedingt nur wenige Monate versah. Als ehemaliges Mitglied nationalsozialistischer Vereinigungen zunächst vom Universitätsbetrieb ausgeschlossen, begann Cordes 1948 seine Tätigkeit als Lektor für Niederdeutsch und Niederländisch an der Universität Kiel. 1952 wurde ihm das neu eingerichtete Extraordinariat für Niederdeutsche Philologie übertragen, das 1957 in eine planmäßige Professur für Deutsche, insbesondere Niederdeutsche, Philologie umgewandelt wurde.

Prof. Dr. Walther Niekerken (Vorsitz 1946-1966)

*1900 in Tötensen/Kr. Harburg; † 1974 in Hamburg

Vereinsmitglied ab 1933. Walther Niekerken studierte von 1928 bis 1933 Germanistik, Englisch, Französisch und Philosophie an der Universität Hamburg und wurde über das Thema „Die Feldbestellung und ihre Geräte im Niederdeutschen“ promoviert. Niekerken arbeitete seit 1933 als Assistent am Germanischen Seminar der Universität Hamburg, 1935 bis 1943 war er an der Hamburger Hochschule für Lehrerbildung als Dozent für Deutsch, unter Berücksichtigung des Niederdeutschen, tätig, bevor er 1943 den Ruf auf die außerordentliche Professur für Niederdeutsche Philologie erhielt, die seit 1938 vakant war. Kriegsbedingt trat Niekerken sein Extraordinariat jedoch erst im Dezember 1945 an und wurde 1969 emeritiert.

Prof. Dr. Hans Teske (Vorsitz 1939-1945)

*1902 in Hamburg; † vermisst seit Mai 1945

Vereinsmitglied ab 1927. Hans Teske begann sein Studium an der Universität Hamburg und wechselte später nach Heidelberg, wo er 1927 mit der Schrift „Das Eindringen der hochdeutschen Schriftsprache in Lüneburg“ promoviert wurde. 1928 erfolgte die Habilitation („Thomasin von Zerclaere. Der Mann und sein Werk“). Nachdem Agathe Lasch als jüdische Professorin der Universität Hamburg ihre Professur für Niederdeutsche Philologie aufgeben musste, wurde der überzeugte Nationalsozialist Teske (Mitglied der NSDAP und der SA seit 1933) 1934 ihr Nachfolger. Nach der Emeritierung Conrad Borchlings wurde Teske zum 1. Oktober 1938 zum Ordentlichen Professor für Deutsche Philologie ernannt. Ab 1939 zur Wehrmacht einberufen, gilt er seit Mai 1945 als vermisst.

Prof. Dr. Conrad Borchling (Vorsitz 1923-1939)

*1872 in Hitzacker; † 1946 in Hamburg

Vereinsmitglied ab 1897. Conrad August Johannes Carl Borchling studierte von 1889 bis 1896 die Fächer Klassische Philologie und Germanistik an der Universität Göttingen. 1897 wurde er promoviert („Der jüngere Titurel und sein Verhältnis zu Wolfram von Eschenbach“), 1903 schloss sich die Habilitation („Studien zu Geschichte der Sprache in Ostfriesland“) an. 1906 folgte er dem Ruf an die Königliche Akademie in Posen. 1910 übernahm er die Professur für Deutsche Sprachforschung am neu eingerichteten Deutschen Seminar in Hamburg (ab 1919 Professur für Deutsche Sprachwissenschaft und Deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen und des Niederländischen an der Universität Hamburg). Den Lehrstuhl hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1937 und danach in Vertretung bis 1945 inne. Im Oktober 1945 wurde er wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP (seit 1933) aus dem Universitätsdienst entlassen. Zentrale bibliographische Referenzwerke sind die von Borchling herausgegebenen sog. „Reiseberichte“ (erschienen 1898-1913) sowie die „Niederdeutsche Bibliographie. Gesamtverzeichnis der niederdeutschen Drucke bis zum Jahre 1800“ (1931-1936; Nachtrag 1956). Gemeinsam mit Agathe Lasch gründete er die Archive für das Hamburgische und das Mittelniederdeutsche Wörterbuch und begann die Erarbeitung des Mittelniederdeutschen Handwörterbuches.

Prof. Dr. Wilhelm Seelmann (Vorsitz 1907-1908 und 1910-1923)

*1849 in Oschersleben; † 1940 in Berlin

Vereinsmitglied ab 1877. Wilhelm Emil Seelmann-Eggebert studierte ab 1871 Klassische und Germanische Philologie an der Universität Berlin und wurde 1875 in Halle auf dem Gebiet der Klassischen Philologie promoviert („De propagatione scholiorum Aeschylorum“). Er arbeitete ab 1874 als Bibliothekar an der Berliner Universitätsbibliothek, 1901 wurde er leitender Bibliothekar an der Preußischen Staatsbibliothek. Seelmann begründete die Reihe „Drucke des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung”, in der er zahlreiche mittelniederdeutsche Texte edierte. 1905–06 erschien eine siebenbändige Ausgabe der Werke Fritz Reuters.

Prof. Dr. Edward Schröder (Vorsitz 1909)

*1858 in Witzenhausen; † 1942 in Göttingen

Vereinsmitglied ab 1877. Edward August Schröder wurde 1880 im Fach Deutsche Philologie promoviert („Das Anegenge“). Die Habilitation folgte 1883 mit einer (unpublizierten) Arbeit zur Kaiserchronik. Ab 1885 war er als Privatdozent an der philosophischen Fakultät der Berliner Universität angestellt, bevor er 1887 ein Extraordinariat für Deutsche Sprache und Literatur erhielt. 1889 erfolgte der Ruf auf eine ordentliche Professur nach Marburg, von wo aus er 1902 nach Göttingen wechselte. Schröder etablierte die Namenkunde als wissenschaftliche Disziplin. Er beschäftigte sich im Bereich der niederdeutschen Philologie mit der älteren niederdeutschen Literatur (u.a. Eulenspiegel) und mit skandinavisch-deutschen Sprachbeziehungen. Lange Jahre war er Herausgeber der Zeitschrift für deutsches Altertum.

Prof. Dr. Alexander Reifferscheid (Vorsitz 1893-1907)

*1847 in Bonn; † 1909 in Greifswald

Vereinsmitglied ab 1876. Alexander Heinrich Max Reifferscheid wurde 1871 mit einer Arbeit „Über die untrennbare Partikel ge- im Deutschen“ an der Universität Breslau promoviert. Von 1873-1876 war er als Privatdozent in Bonn tätig. 1876 siedelte er nach Greifswald über, wo er bis zu seinem Tod 1909 als Professor für Deutsche Philologie an der Universität lehrte. Von 1890 bis 1891 war er Rektor der Universität Greifswald.

 

 

Dr. Karl Ernst Hermann Krause (Vorsitz 1884-1893)

*1822 in Northeim; † 1893 in Rostock

Vereinsmitglied ab 1875. Karl Ernst Hermann Krause studiert ab 1841 an der Universität Göttingen Philologie, Geschichte, Geografie und Mathematik. Nach seiner Tätigkeit als Lehrer (ab 1846) in Lüneburg und Stade wechselte Krause als Leiter der Großen Stadtschule 1865 nach Rostock. 1880 wurde ihm für seine historischen und sprachhistorischen Forschungsleistungen die Ehrendoktorwürde verliehen.

 

 

Dr. August Lübben (Vorsitz 1875-1884)

*1818 in Hooksiel/Ostfriesland; † 1884 in Oldenburg

Mitbegründer des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 1874. Heinrich August Lübben studierte Theologie und Philologie in Jena, Leipzig und Berlin, war nach dem Studium bis 1875 im Schuldienst in Oldenburg tätig und ab 1877 Vorsteher der dortigen städtischen Bibliothek. Ab 1875 widmete er sich intensiv der Erarbeitung des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs, das bis 1881 in 6 Bänden erschienen ist, sowie der Mittelniederdeutschen Grammatik.

 

 

Bildnachweise

Foto Elmentaler: SoulPicture, Kiel · Foto I. Schröder: privat · Foto Wirrer: privat · Foto Menke: Brix, Universität Kiel · Foto Möhn: privat · Foto Goossens: privat · Foto Cordes: Friedrich Magnussen (Fotoarchiv Stadtarchiv Kiel, Sign. 43.972) · Foto Niekerken: Staatsarchiv Hamburg (Sign. 720-1=215 Ni 102) · Foto Teske: UHH/Hamburger Bibliothek für Universitätsgeschichte · Foto Borchling: M. Dührkoop, Hamburg · Foto Seelmann: Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz (Handschriftenabteilung), Sign. Portr. Slg / Bibl. m / Seelmann, Wilhelm, Nr. 2 · Foto E. Schröder: Sammlungen HU Berlin · Foto Reifferscheid: Archiv der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald · Foto Krause: Wikipedia · Foto Lübben: Schlossmuseum Jever

Wir danken den betreffenden Personen und Institutionen für die freundliche Erteilung der Publikationsgenehmigungen.