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SUMMARY:Tagungsaufruf 139. Jahresversammlung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung
DESCRIPTION:Niederdeutsche Lexikologie und Lexikografie – traditionelle Arbeitsfelder und aktuelle Perspektiven \nLexikologie und Lexikografie gehören zu den traditionellen Arbeitsfeldern der Niederdeutschen Philologie. Bereits die Einrichtung der ersten Niederdeutschprofessuren in Hamburg und Rostock am Beginn des 20. Jahrhunderts war eng verbunden mit Wörterbuchunternehmungen\nwie den großlandschaftlichen Dialektwörterbüchern zum Hamburgischen und Mecklenburgischen sowie dem Mittelniederdeutschen Wörterbuch.\nBemühungen zur Erfassung\, Untersuchung und Präsentation des niederdeutschen Wortschatzes reichen allerdings weit hinter die Gründungsphase der Niederdeutschen Philologie als akademischer Disziplin zurück und finden frühe Vorläufer in dem lateinisch-niederdeutschen Nomenclator latinosaxonicus des Rostocker Professors Nathan Chytraeus aus dem Jahre 1582 sowie rund 150 Jahre später dem Idioticon Hamburgense des Hamburgers Michael Richey aus dem Jahr 1743.\nIn der Gegenwart steht neben der Fortführung und dem Abschluss lexikografischer Großunternehmungen (z.B. des Niedersächsischen\, Pommerschen und Mittelelbischen Wörterbuchs sowie des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs) deren Überführung ins digitale Zeitalter im Vordergrund. Dies betrifft die Digitalisierung und Vernetzung vorhandener sowie die digitale Publikation neuer Wörterbücher (born-digital). Zugleich aber werden das Potential von Dialektwörterbüchern und ihren Quellen als linguistische Korpora sowie ihr Erkenntniswert für sprachhistorische\, grammatische und semantische\nForschungsfragen zunehmend erkannt.\nEinen weiteren Aufschwung erhält die lexikologische Forschung zudem in mindestens viererlei Hinsicht: Erstens durch die erweiterten Möglichkeiten der Digital Humanities. Zweitens durch ihre Öffnung für Fragen des Sprachkontakts und der Mehrsprachigkeit\, mit denen die apriorische Begrenztheit des niederdeutschen Untersuchungsraums überwunden wird und interdisziplinäre Forschungskooperationen fruchtbar gemachtnwerden können. Drittens durch die Erschließung alternativer\, bislang nicht aufgearbeiteter lexikalischer Quellen wie etwa des DDR-Mundartenkorpus und des Atlas für Volkskunde. Und viertens schließlich erfordert die zunehmende Didaktisierung der Niederdeutschen Philologie im Kontext der aktuellen Diskussion um Niederdeutsch in der Schule ein verstärktes Nachdenken über Umfang und Gestalt eines modernen Wortschatzes niederdeutscher Lehrvarietäten sowie über die lexikalische Gestaltung niederdeutscher Lehrbücher.\nDie Vortragsvorschläge können den engeren Sprachraum des Niederdeutschen zum Gegenstand haben\, aber auch angrenzende Kontakt-\, Überlagerungs- und Verschmelzungsareale in den Blick nehmen. Die Perspektive kann hierbei sowohl sprachhistorisch als auch gegenwartssprachlich ausgerichtet sein.\nMögliche Themenfelder sind: \n\nWortschatz älterer Sprachstufen (altniederdeutsch\, mittelniederdeutsch)\, Wortschatzwandel\nWortschatzerweiterung und Wortschatzwandel im Neuniederdeutschen\nder niederdeutsche Wortschatz im Sprachkontakt\nLexikologie und Lexikografie im digitalen Zeitalter\nmethodische Aspekte aktueller lexikologischer und lexikografischer Projekte\nder niederdeutsche Wortschatz und Wortschatzarbeit in der institutionellen Vermittlung durch Schule und andere Einrichtungen\nStandardisierungsfragen im Bereich des Wortschatzes\nder literarische Wortschatz einzelner Werke und Autoren\ntext-\, pragma- und soziolinguistische Aspekte von Wortschatz und Wortschatzgebrauch\n\nAuf Vortragsvorschläge zum skizzierten Themenfeld und zu angrenzenden Fragestellungen freuen sich der Vorstand des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung sowie Andreas Bieberstedt und Sarah Ihden für das Ortskomitee in Rostock. Abstracts zum Vortragsthema im Umfang von maximal 500 Wörtern senden Sie bitte bis zum 15. Oktober 2026 an den Vereinsvorsitzenden Prof. Dr. Michael Elmentaler (elmentaler@germsem.uni-kiel.de). Die Entscheidung über die Aufnahme des Vortrags wird bis zum Jahresende 2026 mitgeteilt. \nCall for papers für die 139. Jahresversammlung
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